Traditionelle Verfahren wie Schrauben oder Schweißen haben sich über Jahrzehnte bewährt, doch Anschweißkonsolen haben den Nachteil, dass ein späteres oder gar regelmäßiges Versetzen oder ein Umbau samt Vibrator verhältnismäßig zeitintensiv und kostspielig werden kann. Jedes Schweißen beeinträchtigt zudem die Oberflächenqualität der Behältnisse, birgt die Gefahr von feinen Spannungsrissen und stellt ein Risiko in ATEX-Zonen dar. Erstausrüster berücksichtigen daher bereits bei der Anlagenplanung und der folgenden Konstruktion nach Möglichkeit die am besten geeigneten Befestigungselemente für Vibratoren wie U-Profile oder Metallplatten. Für alle übrigen Fälle bieten sich Klebekonsolen oder Vakuumhalterungen als verlässliche, flexiblere Lösungen an.
1. Kleben als Befestigungsmethode: Schonend, anpassungsfähig und einfach
Problematisch wird das Befestigen von Vibrationsgeräten stets und durchaus häufig, wenn erst im Betrieb einer Anlage ein Bedarf auftritt, zum Beispiel bei neuen Schüttgütern oder geänderten Rezepturen. Klebekonsolen für Vibratoren haben sich hier als eine flexible Alternative zu herkömmlichen mechanischen Verbindungen etabliert. Klebekonsolen ermöglichen eine gleichmäßige Verteilung der Kräfte, somit einen effizienten Energie-Übertrag zwischen Vibrator und Behälter, was im Ergebnis punktuelle Belastungen vermeidet, die bei Schraubverbindungen auftreten können. Das Kleben reduziert die Gefahr von Materialermüdung und Rissen, was insbesondere bei dynamisch belasteten Anwendungen von Vorteil ist. Die Installation der NKK verläuft einfach und rasch, denn die Konsole kann unkompliziert mit dem elastischen Klebstoff ohne wesentliche Aushärtezeit befestigt werden und fungiert dann als Träger-Medium der ausgewählten Vibratoren. Im Zuge der gründlichen Reinigung werden unnötige Schrauben, Ritzen oder Profile vermieden.
Vorteile des Klebens im Überblick:
- Bei dünnwandigen oder vorgeschädigten Behältern, Trichtern, Rohren möglich und an Werkstoffen mit geringer Schweißeignung und gesonderten Kunststoffen
- Einsatz im Hochtemperaturbereich bis 100 ° C und in explosionsgefährdeten Bereichen (ATEX-Zonen) zugelassen
- Effizienter Energieübertrag zwischen Vibrator und betroffenem Behälter
- Homogene Kraftverteilung: durch die großflächige Verklebung entstehen weniger Spannungsspitzen, was zu einer höheren Stabilität führt
- Montage während Betrieb möglich: Minimierung von Produktionsausfällen durch geringe Standzeiten im Vergleich zum Schweißen / Schrauben
- Schonung der Konstruktion: durch den Hitze-Verzicht beim Schweißen kommen keine Gefügeänderungen bei beklebten Behältern/Trichtern/Silos vor
- Korrosionsschutz: die Verklebung verhindert, dass Feuchtigkeit in die Verbindungsstellen eindringt, was wiederum die Lebensdauer verlängert
- Gewichtseinsparung: der Wegfall von Anschweißplatten und Schrauben ermöglicht eine leichtere Bauweise
2. Vakuum-Halterung: Flexible und wiederverwendbare Lösung
Die Vakuum-Halterung des Typs VAC von Netter Vibration bietet eine weitere innovative Art der Befestigung von Vibratoren. Dabei wird ein Unterdruck erzeugt, der den Vibrator fest auf der Oberfläche von Konstruktionen fixiert, ohne deren Material und Inhalt zu beeinträchtigen. Diese Methode ist besonders von Vorteil, wenn eine schnelle und rückstandsfreie Demontage erforderlich ist oder wenn herkömmliche Befestigungsmethoden aufgrund der Oberflächen-Beschaffenheit nicht geeignet sind. Daneben bietet sich die Lösung per VAC an, wenn häufiges Umsetzen sinnvoll ist, wie z.B. bei Brückenbildung von Schüttgütern an wechselnden Stellen in Ausläufen von Trichtern und Silos, je nach Füllstand. Gesetzliche oder betriebliche Bestimmungen erfordern mitunter den Einsatz der VAC in explosionsgefährdeten Bereichen (ATEX-Zonen), wo Schweißen und Schrauben wegen Funkenbildung verboten ist. Der ortsflexible Einsatz der VAC ermöglicht auch eine kostengünstige, nicht permanente Nutzung von Vibratoren an Anlagen in alternativen Produktionsbereichen, wo dies gerade prozessabhängig erforderlich ist.
Ein typischer Einsatz liegt bei der Unterstützung der restlosen Entleerung von Transport- und Wechselbehältern aus glattem Metall oder sogar Kunststoff vor. Hierbei eignet sich die VAC in Kombination mit dem pneumatischen bzw. elektrischen Klopfer vom Typ PKL bzw. ePKL. Ganz neu im Programm von Netter Vibration sind innovative vollelektronische Vakuumhalterungen, die ohne einen Druckluftanschluss auskommen und sogar akkubetrieben an sehr abgelegenen Orten oder noch flexibler eingesetzt werden können.
Vorteile der Vakuum-Halterung im Überblick:
- Schnelle Montage und Demontage: per Unterdruck-Steuerung sorgen die Gummi-Füße der VAC für eine kraftschlüssige Verbindung zwischen Vibrator und Untergrund bzw. deren Lösung.
- Keine mechanische Beschädigung: da keine Bohrungen samt Schrauben für eine feste Montage nötig sind, erübrigen sich dauerhafte Veränderungen von Anlagen - deren Oberfläche bleibt unbeschädigt.
- Wiederverwendbarkeit: Vakuum-Halterungen können vielfach eingesetzt werden, was das Streben zu Nachhaltigkeit im Betrieb unterstützt. Die einfache Handhabung ohne Werkzeug ermöglicht die schnelle Umsetzung an verschiedenen Positionen.
- Sicherungskette erfüllt Anforderungen der Arbeitssicherheit und Unfallverhütung
Lesen Sie den kompletten Artikel hier, erschienen in Schüttgut 1/2025.